Kirche vor Ort

ein geschichtlicher Abriss

Die Pfarrei St. Elisabeth Weißenfels gehört gemeinsam mit St. Peter und Paul Naumburg (http://www.katholische-kirche-naumburg-saale.de) und mit St. Peter und Paul Zeitz (https://www.kath-zeitz.de)  zum „Pastoralen Raum Burgenlandkreis“ und ist eine von 44 Pfarreien des Bistums Magdeburg (https://www.bistum-magdeburg.de).

Katholische Christen gibt es in unserer Region natürlich schon viel länger. Schon vor der Stadtgründung im Jahr 1185 entstehen in der von Germanen und Slawen besiedelten Gegend Kirchen und Klöster. Mit dem Übertritt der Landesherren zur Reformation in den 1560-er Jahren erlischt das vom katholischen Glauben geprägte Leben in Weißenfels und Umgebung bis zu seinem Wiederaufleben Mitte des 19. Jahrhunderts.

Mit der Entwicklung des Verkehrswesens, dem Eisenbahnbau, dem Braunkohlenbergbau und der Zuckerindustrie in Mitteldeutschland entfaltet sich in Weißenfels und seinen Nachbarstädten eine einheimische Industrie. Diese zieht Arbeitskräfte aus dem überwiegend katholischen Eichsfeld, dem Sauerland und aus den preußischen Grenzländern Schlesien und Böhmen in unsere Region.

Kirchenpatronin Hl. Elisabeth von Thüringen

Mit der Gründungsurkunde, unter-zeichnet am 22. Oktober 1863 durch die bischöfliche Behörde in Paderborn, wird die Gemeinde Weißenfels eine eigenständige Missionspfarrei mit 200 Mitgliedern. Von nun an wird das sonn-tägliche Messopfer bis zum Bau des eigenen Gotteshauses in der Schlosskirche gefeiert.
Die Weihe der eigenen Pfarrkirche ist am 19.11.1873. Sie wird dem Patronat der Hl. Elisabeth von Thüringen unterstellt. 1886 erfolgt die Einweihung einer eigenen Schule auf dem Kirchen-gelände. 1892 wird aus der Missions-pfarrei die selbstständige Pfarrei Weißenfels. Die Gemeinde wächst, an und um die Kirche wird gebaut und es gründen sich katholische Vereine. Auch in Hohenmölsen und Teuchern werden regelmäßig Gottesdienste gefeiert, wenn auch nicht in eigenen Kirchen.

Tiefe Einschnitte in das Leben der Menschen bringen der 1. Weltkrieg und vor allem die Machtergreifung Hitlers. Es beginnt das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Gleichschaltung oder Auflösung aller Organisationen, Verbot nicht-staatlicher Schriften und freier Schulen (die katholische Volksschule wird am 2. September 1939 zwangsaufgelöst) und schließlich der 2. Weltkrieg führen Millionen Menschen in Schuld und Tod, in Elend und Vertreibung.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges kommen mit den Flüchtlingen und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und anderen Ländern Zigtausende Katholiken nach Weißenfels und Umgebung. Gott sei es gedankt, beginnen 1943 die Schönstätter Marienschwestern ihr segensreiches Wirken in unserer Gemeinde. Anfangs in der Fürsorge von Evakuierten und Flüchtlingen eingesetzt, übernehmen sie von Jahr zu Jahr neue Aufgaben; sie betreuen den seit 1948 eingerichteten Kindergarten und den späteren Hort, widmen sich der ambulanten Krankenpflege und sind bis 2015 in der Pfarrseelsorge tätig.

In Hohenmölsen und Teuchern kann durch Propst Weskamm am 3. April 1949 jeweils eine Kapelle eingeweiht werden.

Das Verhältnis von Christen und Kirchen mit der sozialistischen Staatsführung der DDR ist nahezu über die gesamte DDR-Zeit schwierig und mit gezielter staatlicher Unterdrückung verbunden. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen ist das Gemeindeleben bunt, vielfältig und der Zusammenhalt und die Bereitschaft zur Mitarbeit an der und für die Kirche groß.

Mit der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion am 1. Juli 1990 löst sich die DDR als wirtschaftlich und politisch eigenständiger Staat faktisch auf. Ab dem 3. Oktober 1990 gibt es dann auch völkerrechtlich nur noch einen deutschen Staat.

Der Neubeginn im vereinigten Deutschland bringt viele Veränderungen mit sich, mehr Freiheiten, mehr Möglichkeiten, aber auch Abbrüche des Gewohnten und ein Sinken der Anzahl der Gemeindemitglieder aus verschiedenen Gründen.

2007 finden erste gemeinsame Gespräche der Gemeinden für den zu bildenden Gemeindeverbund Weißenfels – Hohenmölsen – Lützen statt. Die Gründung der neuen Pfarrei St. Elisabeth, in der die drei bisherigen Pfarreien aufgehen, erfolgt zum 28.11.2010.

Zu Beginn des Jahres 2023 gehören zu unserer Pfarrei die (juristischen) Gemeinden (jeweils mit ihren vielen Ortschaften und Ortsteilen, mitunter aber auch nur Teilen der staatlichen Gemeinden): Bad Dürrenberg, Goseck, Hohenmölsen, Markranstädt, Meineweh, Pegau, Teuchern, Zwenkau und Weißenfels (mit den Ortschaften Burgwerben, Großkorbetha, Langendorf, Leißling, Markwerben, Reichardtswerben, Schkortleben, Storkau, Tagewerben, Uichteritz und Wengelsdorf).

Zu Beginn des Festjahres anlässlich des 150. Kirch-weihjubiläums 2023 über-trägt Bischof Dr. Gerhard Feige in einer feierlichen Vesper am 27. Januar die Leitung unserer Pfarrei St. Elisabeth Weißenfels dem Pfarreileitungsteam.

(v.l.n.r. :Pfarrer Johannes Zülicke als geistlicher Moderator, Harald Müller, Thilo Schulz, Daniel Winkelhöfer und Frank Knittel)

Den Chronik-Flyer zum 150. Kirchweihjubiläum 2023 finden Sie hier.

Eine reich bebilderte, 80-seitige Chronik-Broschüre ist im Pfarrbüro erhältlich.